Fachgruppenordnung der GI-Fachgruppe OOSE

[Stand: 15.07.1991, angepaßt: 16.10.95]

1. Für die Fachgruppe (FG) sind verbindlich die Satzung der GI, die Geschäftsordnung der GI-Gliederungen, die jeweiligen Beschlüsse des Präsidiums sowie die jeweiligen Beschlüsse des Leitungsgremiums - Fachausschuß oder Fachbereich -, dem die FG zugeordnet ist. Ist die FG mehreren GI-Gliederungen zugeordnet, ist das Leitungsorgan maßgebend, das die Federführung hat.

2. Benennung der Fachgruppe

"Objektorientierte Software-Entwicklung" - OOSE

3. Zuständige GI-Gliederung und, bei gemeinsamen Fachgruppen, übrige beteiligte GI-Gliederungen

  • GI-Fachausschuß 2.1 (Softwaretechnik und Programmiersprachen)
  • GI-Fachbereich 2 (Softwaretechnologie und Informationssysteme)

4. Aufgaben und Ziele der Fachgruppe

 Ziel dieser Fachgruppe soll sein, sowohl Forschenden und Lehrenden an Hochschulen als auch insbesondere Anwendern aus der Industrie ein Forum zu bieten, um den Einsatz objektorientierter Technologien zu unterstützen und die Aktivitäten einzelner zu bündeln.

Geplante Themenschwerpunkte sind u.a.:

  • Einsatz objektorientierter Analyse- und Entwurfsmethoden bei der Software-Entwicklung
  • Objektorientierte Programmierung
  • Application Frameworks, Standard-Architekturen, Klassenbibliotheken
  • Metriken für objektorientierte Software-Entwicklung
  • Konsequenzen objektorientierter Software-Entwicklung auf den Software-Lebenszyklus
  • Neue Tätigkeitsbereiche bei objektorientierter Software-Entwicklung (z.B. Reuse Librarian)
  • Übergang von strukturierter zu objektorientierter Entwicklung
  • Objektorientiertes Testen
  • Hybride Sprachen
  • OODB in der Software-Entwicklung
  • Verteilte Objekthaltung
  • Grundlagen und formale Modelle
  • Standards, Normen
  • Begriffsbildung

5. Geplante Aktivitäten der Fachgruppe

  • Einrichtung einer Informationsbörse zum Austausch von Erfahrungen über Einsatz von Methoden und Tools, Literatur, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf dem World Wide Web.
  • Mitorganisation von GI-Softwaretechnik-Tagungen
  • Einrichtung und Unterhalt einer Mailingliste der Mitglieder der Fachgruppe und derer Interessenten

6. Mitgliedschaft

6.1 Beitritt: Jedes persönliche GI-Mitglied oder jeder Mitgliedsvertreter eines fördernden GI-Mitglieds kann durch schriftliche Mitteilung an die Geschäftsstelle Mitglied in der Fachgruppe werden; Personen, die nicht GI-Mitglieder sind, kann die Fachgruppenleitung (FGL) auf schriftlichen Antrag als Mitglied in die Fachgruppe aufnehmen. Die Mitgliedschaft gilt mindestens für ein Kalenderjahr.

6.2 Ende der Mitgliedschaft: Die Fachgruppenmitgliedschaft endet durch Tod, Austritt oder Ausschluß. Jedes Fachgruppenmitglied kann durch schriftliche Erklärung gegenber der Geschäftsstelle zum Jahresende austreten. Die Erklärung muß bis zum 1. Oktober des selben Jahres oder spätestens vier Wochen nach Bekanntgabe einer Erhöhung des Fachgruppenbeitrags bzw. einer Änderung dieser Fachgruppenordnung eingegangen sein.

Die FGL kann, bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, einstimmig den Ausschluß eines Mitglieds der Fachgruppe beschließen, wenn das Fachgruppenmitglied drei Monate nach Jahresbeginn seinen Beitrag noch nicht bezahlt hat und dieser trotz Mahnung nicht innerhalb eines Monats eingeht.

6.3 Rechte und Pflichten eines Mitglieds: Jedes Fachgruppenmitglied erhält folgende Publikation:

Softwaretechnik-Trends

Falls die FG einen Jahresbeitrag erhebt, ist jedes Fachgruppenmitglied verpflichtet, den Jahresbeitrag im voraus zu bezahlen.

 7. Fachgruppenleitung (FGL)

7.1 Zusammensetzung

Die FGL setzt sich zusammen aus 3 Mitgliedern der FG, die von der FG gewählt oder bei einer Neugründung von der Leitung der übergeordneten Gliederung berufen werden, und aus maximal 6 externen Fachexperten, die auf Vorschlag der FGL von der zuständigen FAL oder FBL bestätigt werden; Fachexperten müssen nicht GI-Mitglieder sein. Die Amtszeit jeder FGL ist auf maximal drei Jahre begrenzt und beginnt mit der Bestätigung der gewählten bzw. bei einer Neugründung mit der Einsetzung der berufenen Mitglieder der FGL. Sinkt die Zahl der gewählten bzw. der berufenen FGL-Mitglieder durch vorzeitiges Ausscheiden unter die Zahl 2, müssen Nachwahlen bzw. Nachberufungen vorgenommen werden; alternativ ist auch die vollständige Neuwahl oder Neuberufung zulsäsig.

7.2 Sprecher und stellvertretender Sprecher der FG

Die FGL wählt aus ihrer Mitte den Sprecher und den stellvertretenden Sprecher der FG, deren Amtszeit spätestens mit der Amtszeit der FGL endet. Beide müssen von der übergeordneten GI-Gliederung bestätigt werden und Mitglieder der GI sein.

7.3 Referenten

Auf Vorschlag des Sprechers kann die FGL aus ihrer Mitte verantwortliche Referenten für wichtige, vordefinierte Aufgabenbereiche berufen.

7.4 Vorzeitiges Ausscheiden von FGL-Mitgliedern

Scheiden der Sprecher, sein Stellvertreter oder ein Referent vorzeitig aus der FGL aus, wird die jeweils vakate Position von der FGL durch Wahl aus ihrer Mitte neu besetzt. Alternativ ist folgendes weitergehendes Verfahren zulässig: Mit dem Ausscheiden des Sprechers legen auch sein Stellvertreter und die Referenten ihre Ämter nieder; die FGL wählt dann aus ihrer Mitte einen neuen Sprecher, seinen Stellvertreter und sämtliche Referenten. Die Amtszeit der neu Gewählten endet spätestens mit der Amtszeit der FGL (Siehe auch 7.5).

7.5 Die FGL kann ihren Sprecher durch Neuwahl vorzeitig von seinen Aufgaben entbinden. Im Einvernehmen mit dem Sprecher können sein Stellvertreter oder ein Referent durch Neuwahl vorzeitig von ihren Aufgaben entbunden werden.

7.6 Die Leitung der der Fachgruppe übergeordneten Gliederung (FAL oder FBL) kann mit absoluter Mehrheit ihrer Mitglieder den Sprecher der FG von seinen Aufgaben entbinden; die Neuwahl des Sprechers erfolgt entsprechend 7.4.. Erhebt die FGL gegen die Entbindung ihres Sprechers Einspruch, entscheidet das Präsidium; weist das Präsidium den Einspruch zurück, muß die FGL entsprechend 9 neu gewählt werden.

8. Mitgliederverwaltung und Finanzen

Mitgliederverwaltung: Die Verwaltung der Daten der Fachgruppenmitglieder erfolgt ausschließlich in der Geschäftsstelle.

Finanzen: Erhebt die FG durch Beschluß der FGL (alternativ: ihrer Mitgliederversammlung), der zu seiner Gültigkeit noch der Zustimmung des Schatzmeisters bedarf, mit einfacher Mehrheit (alternativ: absoluter oder Zwei-Drittel-Mehrheit) einen Jahresbeitrag, so soll dieser für persönliche bzw. für den Mitgliedsvertreter eines fördernden GI-Mitglieds deutlich niedriger sein als für persönliche Fachgruppenmitglieder, die nicht GI-Mitglied sind.

Der Jahresbeitrag einer FG wird von der Geschäftsstelle angefordert; bei Fachgruppenmitgliedern, die zugleich GI-Mitglied sind, wird er zusammen mit dem GI-Jahresbeitrag in Rechnung gestellt. Die Festsetzung eines FG-Jahresbeitrags für ein Kalenderjahr muß der Geschäftsstelle spätestens bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Vorjahres mitgeteilt werden.

Sofern die FG über eigene Einnahmen verüfgt (Fachgruppenbeiträge, Spenden, Tagungsüberschüsse u.a.), richtet diese ein von der Geschäftsstelle zentral verwaltetes Unterkonto ein. Die Einrichtung eigener Bankkonten ist der Fachgruppe nicht gestattet. Für ihr FG-Unterkonto legt die FGL dem Schatzmeister bis zum 15.05. eines jeden Jahres einen Haushaltsplan für das folgende Kalenderjahr zur Genehmigung vor.

Ausgaben außerhalb dieses Haushaltsplanes bedürfen der vorherigen Zustimmung des Präsidiums. Vierteljährlich ist eine Abrechnung über die Einnahmen und Ausgaben der FG von der GI-Geschäftsstelle zu erstellen und der FGL zuzuleiten.

Weitere Einzelheiten, insbesondere über den Abruf von Mitteln bei anteiligen Tagungsüberschüssen, enthält Absatz 4.4 der Geschäftsordnung der GI-Gliederungen.

9. Wahl von Mitgliedern der FGL

Die Wahl kann entweder durch die Einberufung einer Versammlung der Mitglieder der Fachgruppe (9.1), oder durch Briefwahl (9.2 ff) erfolgen.

9.1 Wahl von Mitgliedern der FGL durch eine Wahlversammlung

Der Sprecher der FG beruft mit einer Frist von sechs Wochen eine Wahlversammlung der FG-Mitglieder ein; die Einladung muß die Zahl der zu besetzenden Positionen angeben und ihr muß eine vorläufige Liste der Kandidaten für die FGL beigefügt sein. Der FG-Sprecher eröffnet die Wahlversammlung, veranlasst die Wahl eines Wahlleiters und übergibt diesem dann die Versammlungsleitung.

Der Wahlleiter eröffnet nochmals die Kandidatenliste; die endgültige Kandidatenliste sollte mindestens so viele Kandidaten enthalten, wie FGL-Mitglieder zu wählen sind, und darf nur die Namen solcher Kandidaten enthalten, die in der Versammlung der Annahme einer eventuellen Wahl mündlich oder zuvor schriftlich zugestimmt haben.

Gewählt ist, wer mehr "Ja"- als "Nein"-Stimmen erhält. Wurden mehr Kandidaten vorgeschlagen als Positionen in der FGL besetzt werden müssen, so sind die Kandidaten mit den höchsten Zustimmungsergebnissen (Ja/Nein-Stimmen-Differenz) gewählt. Der Wahlleiter schreibt ein Wahlprotokoll, das der Wahlversammlung zur Billigung vorgelegt und an den Sprecher der übergeordneten GI-Gliederung versandt wird mit der Bitte, die Wahl zu bestätigen.

9.2 Briefwahl der FGL

9.2.1 Wahlleiter: Die amtierende FGL bestellt eine Wahlkommission, bestehend aus einem Wahlleiter, seinem Stellvertreter und bis zu 4 Beisitzern zur Durchführung der Briefwahl für die FGL-Mitglieder.

9.2.1 Kandidatenvorschläge: Der Wahlleiter sammelt Kandidatenvorschläge aus der Mitgliedschaft der FG; kandidieren kann jedes FG-Mitglied mit Ausnahme der Mitglieder der Wahlkommission. Die endgültige Kandidatenliste sollte mindestens so viele Namen enthalten, wie Mitglieder der FGL zu wählen sind, ein Kandidat kann nur dann in die Liste aufgenommen werden, wenn er zuvor der Annahme einer eventuellen Wahl zugestimmt hat.

9.2.2 Briefwahlunterlagen: Die Unterlagen für die Briefwahl umfassen:

  • den Stimmzettel, der die Kandidatenliste enthält, bei jedem Kandidaten kann entweder "Ja" oder "Nein" angekreuzt werden;
  • einen unbeschrifteten Briefumschlag zur Aufnahme des ausgefüllten Stimmzettels;
  • einen größeren Briefumschlag mit der Anschrift des Wahlleiters als Empfänger sowie mit Namen, Anschrift, Mitgliedsnummer und Unterschrift des absendenden Fachgruppenmitglieds
  • ein Informationsblatt, das stichwortartige Angaben zur Person der Kandidaten sowie eine Beschreibung des Wahlverfahrens und den Endtermin für den Eingang des Wahlbriefes beim Wahlleiter enthält.

9.2.3 Zur Feststellung des Wahlergebnisses beruft der Wahlleiter den Wahlausschuß unverzüglich ein. Gewählt ist, wer mehr "Ja"- als "Nein"-Stimmen erhält. Wurden mehr Kandidaten vorgeschlagen als Positionen in der FGL zu besetzen sind, so sind die Kandidaten mit den höchsten Zustimmungsergebnissen (Ja/Nein-Stimmen-Differenzen) gewählt.

Der Wahlleiter fertigt ein Protokoll über die Feststellung des Wahlergebnisses an, das die Mitglieder der Wahlkommission unterzeichnen. Das Protokoll wird der übergeordneten GI-Gliederung mit der Bitte zugesandt, die Wahl zu bestätigen.

10. Verfahren für die Wahl des FG-Sprechers

Die erste Sitzung einer neu berufenen bzw. neu gewählten und bestätigten FGL wird vom Sprecher der übergeordneten GI-Gliederung unter Vorlage einer Tagesordnung einberufen. Zu Beginn der Sitzung bittet er aus der Mitte der FGL um Vorschläge für das Amt des Sprechers und seines Stellvertreters und führt dann die Wahl durch. Nach erfolgter Wahl übergibt der Sitzungsleiter die Leitung an den neu gewählten Sprecher, der sein Amt so lange kommissarisch ausführt, bis er vom Leitungsgremium der übergeordneten Gliederung bestätigt wird; das Protokoll der ersten Sitzung wird von beiden Sitzungsleitern unterzeichnet und der übergeordneten GI-Gliederung mit der Bitte um Bestätigung der Wahl zugeleitet. Wird die Wahl nicht bestätigt, erfolgt eine Wiederholung des Verfahrens.

11. Verfahren bei Auflösung der FG

Die Auflösung der Fachgruppe erfolgt auf Antrag der bergeordneten GI-Gliederung(en) und bedarf der Bestätigung durch die zuständige(n) Fachbereichsleitung(en) und das Präsidium. Die FGL muss vor einem Auflösungsantrag an das Präsidium gehört werden. Falls die aufgelöste FG über eigene Mittel verfügte, werden diese der übergeordneten GI-Gliederung gutgebracht.

12. Genehmigung und Änderung einer FG-Ordnung

Änderungen einer genehmigten FG-Ordnung innerhalb der Fachgruppenrahmenordnung werden auf Vorschlag der FGL von der übergeordneten Fachgliederung beraten und beschlossen; sie treten nach Zustimmung durch den Vorstand in Kraft.

Diese Ordnung der Fachgruppe wurde von der FGL am 9.10.95 verabschiedet und am [Datum ergänzen] im Auftrag des Präsidiums genehmigt.